Sollten Autor*innen politischer schreiben, Lena-Marie Biertimpel?

19 05 2020

auftakt: Deine Meinung: Sollten Autor*innen politischer schreiben?

Wenn Autor*innen der sogenannten „neuen Rechten“ und anderen Arschlöchern das Feld überlassen wollen, die zum Beispiel ihre rassistischen, frauenfeindlichen, verfassungsfeindlichen etc. Äußerungen als politische Kunst verkaufen – Kunstblut auf geflüchtete Menschen kippen, und sagen tada Kunst gemacht – dann sollten sie aufhören zu schreiben. Wenn Autor*innen das nicht wollen, hilft nur ein erhobener Mittelfinger, fuck you schreien und auf! dagegen schreiben. Was wäre die Welt ohne relevante politische Kunst, eine schweigende und sehr traurige, denke ich.

auftakt: Die oder der Chor?

Auf jeden Fall die Chor. Die Chor lenkt mit ihrer grammatikalischen Verwirrung die Aufmerksamkeit schnell auf eine weiblich geprägte Welt, eine weiblich geprägte Welt, die politisch handelt. Die Chor als Bezeichnung ist somit schon eine politische. Ein neuer Artikel = eine neue Welt, eine weibliche Welt. Das war leicht, oder? Außerdem bin ich der Meinung ein Chor im Theater sollte sowieso nur aus Frauen* bestehen, alles andere ist Blödsinn.

auftakt: Wenn du drei Autor*innen an Donald Trump empfehlen könntest, welche wären das?

Donald Trump liest? Nee, oder? So wie die Frage im Konjunktiv gestellt ist, kann ich sie nur im Konjunktiv beantworten.

Würde er lesen, würde ich ihm von Karen Köhler „Miroloi“ empfehlen – jede* sollte diese Totenklage lesen. Er, damit er versteht, was Mitgefühl und Traurigkeit bedeutet.

„Deutschland – Die herausgeforderte Demokratie“ von Hajo Funke und Walid Nakschbandi, damit er vielleicht am Beispiel Deutschland verstehen würde, dass er ein rassistischer, frauenfeindlicher etc. Präsident ist, der eigentlich gerne Diktator wäre.

Und Pippi Langstrumpf – das würde er sicherlich nicht verstehen – aber es wäre ein Versuch ihm zu erklären, was Meinungsfreiheit und Frohsinn bedeutet.

Lena-Marie Biertimpel wurde am 22.10.1991 in Hamburg geboren/ Lena-Marie Biertimpel schreibt meistens Theatertexte/ „voll schön“ (2019)/ oder spricht diese laut/ „Penthesilea“, Schauspielhaus Hamburg (2017)/ sie denkt mit dem Körper/ “text in wasser oder maschine und buchstaben“, Performance, Spektakel Wien (2018)/ veröffentlicht auf Bühnen/ zuletzt: „Katapult Kapitulation“, ein Parcours-Stück, Kampnagel Hamburg (2018)/ und in Literaturzeitschriften/ zuletzt: Auszug aus „pantasie“, ZIEGEL#16, Mairisch Verlag (2019)/ außerdem wurde sie zum 4+1 Dramatiker*innen Festival, Schauspielhaus Leipzig, eingeladen (2018)/ sie studiert am Institut für Sprachkunst, in Wien (seit 2015)/

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