Warum sollte es mehr Autor*innen-Duos geben, Eva Tepest und Lynn Takeo Musiol?

19 05 2020

auftakt: Warum sollte es mehr Autor*innen-Duos geben?

Eine von uns ist eher ängstlich, besonders, wenn es um’s Pitchen und dieses ganze Self-Marketing geht, eine von uns ist da viel unbekümmerter. Gemeinsam zu schreiben bedeutet für uns, dass dich jemand mitreißt und dir das Gefühl gibt: “Ich stehe hinter dir.” Der US-Autor Hanif Abdurraqib hat das im Zusammenhang seines Schreibens mit der US-Lyrikerin und Soziologin Eve L. Ewing mal so beschrieben: “The idea of a collective is, simply, someone willing to keep grabbing your arm, and running you towards the cliff.” Das ist enorm viel wert, wenn wir uns Selbstverständlichkeiten oder vielmehr ihre Abwesenheit in einem Milieu- und Klassenzusammenhang vor Augen führen. Sich überhaupt vorzustellen, dass uns so ein etabliertes Kulturkollektiv wie das auftakt-Team auswählen könnte, ist ja die Grundvoraussetzung dafür, mit dem eigenen Schreiben an die Öffentlichkeit zu gehen. Außerdem möchten wir das genialistische Bild von Autor*innenschaft aufbrechen. Wir finden es cool, in einem unter unser beider Namen veröffentlichten Text von den Erlebnissen eines “Ichs” zu schreiben, und im selben Atemzug die Zuordnung zu verunmöglichen. Dadurch können wir auch über mutmaßlich Biographisches schreiben, ohne in gängige Auto-Fiktion-Rezeptionsschleifen zu tappen. Wir suchen übrigens noch nach einem Namen für unser Kollektiv, wir hätten so gerne unser eigenes Merchandise wie Shirts, Caps und Socken mit Logo und Aufschrift. Im Gespräch ist “Dyke Dogs”. 🐬 

auftakt: Welches spekulative Kunstwerk, das in der aktuellen Corona-Zeit noch entstehen wird, werdet ihr uns auch im Jahr 2051 noch empfehlen?

Die in Bronze gegossenen Hände von Eileen Myles! (Eileens Hände sind nämlich die gayesten – sorry, DykeBlanchett!). Und unseren Roman, der im Frühjahr 2022 erscheinen wird! (Pflichtlektüre im Deutsch-LK: erstmals 2025.) 

auftakt: Spree oder Rhein?

Rhein, immer. Der ist viel sauberer als die Spree, das hat schon Klaus Töpfer mit seinem Hechtsprung anno 1988 bewiesen. Und so als Rheinländer*in fühlt sich die Spree eigentlich immer wie ein halber Fluss an.

Lynn Takeo Musiol und Eva Tepest sind beide im Rheinland aufgewachsen. Heute leben sie in Berlin. Prosa, Essay und Kritik haben sie gemeinsam in taz, Glitter, Dirty Debüt und den Metamorphosen veröffentlicht. Neben der Teilnahme am auftakt festival begleiten sie aktuell den Theatertreffen-Blog der Berliner Festspiele und arbeiten an einem Roman. 

Lynn Takeo ist freie*r Künstler*in und Autor*in mit dem Fokus auf Klasse, Queerness und Klima. Zuletzt arbeitete sie*er als kuratorische*r Assistent*in beim Berliner Herbstsalon des Maxim Gorki Theaters, ab der Spielzeit 2020/21 wirkt Lynn Takeo als Dramaturg*in am Schauspielhaus Düsseldorf. Seit 2019 ist sie*er Stipendiat*in der Akademie der Künste in Berlin. 

Eva ist Journalistin und Autorin. Über die Themen Kultur und Medien, LGBTI und den arabischen Raum schreibt sie u. a. regelmäßig für die taz, den Tagesspiegel und das Missy Magazine. Zuvor hat sie Middle Eastern Studies mit Stationen in Kairo, Lund und Doha studiert und zur psychoanalytischen Kulturkritik im arabischen Raum geforscht. 

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