Zu welchem Song hast du zuletzt getanzt, Elsa Artmann?

19 05 2020

auftakt: Wann wird künstlerische Praxis zum Protest – oder andersherum?

In meiner eigenen Arbeiten bringe ich die Möglichkeiten der beiden, künstlerische Praxis und Protest, manchmal durcheinander. Den Unterschied, den ich zu machen versuche – Achtung, noch nicht fertig überlegt: Protest ist situationsbezogen und pragmatisch und weiß, was er bewirken soll. Kunst hat mehr Möglichkeiten: ihre Wirkung darf spekulativ sein oder weit in der Zukunft liegen, sie darf die Zweifel an ihren eigenen Mitteln zum Ausdruck bringen, sie muss nichts vorschlagen, sie kann zum Beispiel auch einfach die Widersprüchlichkeit einer Situation abbilden. Künstlerische Praxis wird zum Protest, wenn sie mit einem konkreten entzifferbaren Anliegen öffentlich wird, Protest wird zur künstlerischen Praxis, wenn über er dieses konkrete entzifferbare Anliegen hinaus etwas – eine Wahrnehmung, eine Erfahrung, puh, irgendwas – weiteres ermöglicht. 

auftakt: Zu welchem Song hast du zuletzt getanzt?

five years von David Bowie

auftakt: Wenn du völlig frei drei (bekannte oder weniger bekannte) Wunsch-Partner*innen für eine Zoom-Konferenz auswählen dürftest: Wer wären diese?

Esther Perel, Judith Butler und meinen Papa (ich würde für ihn übersetzen).

Elsa Artmann: “Ich bin zeitgenössische Tänzerin/Choreografin und bildende Künstlerin und lebe in Köln. Meine Ausbildung erhielt ich an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz Köln. Im Duo Artmann&Duvoisin produziere ich zusammen mit dem bildenden Künster und Performer Samuel Duvoisin Stücke und Ausstellungen, die sich mit Formaten des gesellschaftlichen Zusammenlebens auseinandersetzen – insbesondere Kleinfamilie, Wohnen und Nachbar*innenschaft. Als Tänzerin/Performerin arbeitete ich seit meinem Abschluss 2017 u.a. für Amirhossein Mashaherifard, Kollektiv Zoo, Marina Abramovic und in verschiedenen Formaten für die Bundeskunsthalle Bonn. Mit Artmann&Duvoisin war ich 2019 für den KunstSalon-Theaterpreis und den Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau nominiert. Im Augenblick interessiere ich mich dafür, Arbeitsniederlegung und Protest als mögliche künstlerische Praxis zu untersuchen.”

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